04.04.2009 / Am Punkt ohne Wiederkehr
Auf der “ShoWest" in Las Vegas markiert die US-Filmbranche den Aufbruch in die 3D-Zukunft - und feiert ihren Propheten Jeffrey Katzenberg
Als Jeffrey Katzenberg pünktlich um drei Uhr nachmittags auf die Bühne tritt, wird er umjubelt wie ein Heilsbringer. Fast 2000 Kinobetreiber und Filmindustrie-Insider haben sich im "Theatre des Arts" versammelt - trotz des plüschigen Namens eine eher gesichtslose Allzweckhalle mit Klappsitzen, die zum "Paris" gehört, dem Las-Vegas-Hotelmonstrum mit dem falschen Eiffelturm vor der Tür. Eröffnet wird, wie jedes Jahr um diese Zeit, die ShoWest - größte Kinomesse der Welt, Nonstop-Präsentation kommender Blockbuster, Stimmungsbarometer des Kinosommers, Einpeitscher-Forum für künftige Filmtechnologien. Katzenberg jedoch, der Obereinpeitscher der Branche, ein kleiner, kahlköpfiger Mann mit gewinnendem Haifischlächeln, sagt erst einmal gar nichts. Er hebt nur die Hände - mit der Gelassenheit eines Triumphators. Und, scheint sein Blick zu sagen: Wie war euer Wochenende?
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Kino in der dritten Dimension: Brillen gegen Piraten
Die Rückkehr der dritten Dimension: Im Kino ist wieder Brille angesagt
Schon wieder 3D? Schon wieder eine nervende Pappbrille mit bunten Plastikscheiben? 3D ja, aber anders: näher, größer, schöner. "Monsters vs. Aliens" soll den Markt aufreißen und nebenbei die Film-Piraterie erledigen. stern.de hat sich die Brille schon mal aufgesetzt.
Es war einmal, vor langer, langer Zeit, als die Menschen noch Walkmen benutzten, Mobiltelefone kaum in einen Koffer passten, und Madonna ein Geheimtipp war, da zog in deutschen Kinosälen der Trend zum Dreidimensionalen ein. "Der weiße Hai" kam aus der Leinwand, so auch Jasons Messer im dritten "Freitag der 13."-Film und diverse Raumschiffe in diversen All-Abenteuern. 3D war in dieser kurzen Phase in den 80er Jahren fast ausschließlich Horror und Science Fiction vorbehalten. Und es war nur mit einer zweifarbigen Pappbrille zu sehen, die elendig nervte, weil die Bügel nicht hinter den Ohren blieben. Zudem war die Technik unausgereift: die Effekte ganz okay, aber nicht spektakulär, dafür sorgte das Bildflimmern für Kopfschmerzen. Niemanden hat es damals gestört, als die dritte Dimension wieder eingestampft wurde. Schon zum zweiten Mal nach einem kurzen Hype in 50er Jahren. © Cary Horowitz/Reuters
Von Sophie Albers
16.02.2009 / "Supercoole" Szenen in 3D
3D-Brillen auf und am Sonntagmorgen im Residenz Kino-Center eintauchen in die Welt des Superhundes Bolt. Mit dabei über 100 Gäste, die zu einem Test-Sreening eingeladen waren.
Digitale Bildtechnik und die ferngesteuerten 3D-Computerbrillen sorgten im Residenz Kino-Center bei den Testbesuchern des Films "Bolt" für ein starkes Kinoerlebnis...
Digitale Bildtechnik und die ferngesteuerten 3D-Computerbrillen sorgten im Residenz Kino-Center bei den Testbesuchern des Films "Bolt" für ein starkes Kinoerlebnis.
Kinobesitzer Uwe Gemmecker gab vor Filmbeginn (zurzeit verfügen lediglich 14 deutsche Lichtspielhäuser über die digitale 3D-Technik) einige Informationen zu diesem Trend der Zukunft und speziell zur Handhabung der ferngesteuerten Computerbrillen. Und die Besucher zeigten sich von den neuen Möglichkeiten ebenso begeistert wie von der Geschichte des tierischen James Bond. Wenn Bolt nämlich bellt, wackelt die Erde. Mit seinen Augen kann er stahlschneidende Laserblitze schießen und mit seiner Sprungkraft sogar über Hubschrauber hüpfen. Allerdings nur in einer Fernsehserie, in der er jede Woche das Mädchen Penny vor dem Bösen rettet.
Besonders die Actionssequenzen des im 3D-Format gedrehten Computertrickfilms kamen bei den jungen und älteren Besuchern bestens an. So bezeichnete der 10-jährige Lukas die Szenen, als den finsteren Bösewichtern Blitze aus den Händen zuckten und Hubschrauber 3D-wirksam explodierten, als "einfach supercool". "Man hatte das Gefühl, nicht im Kino zu sitzen, sondern sich mitten im Geschehen zu befinden", so der Kommentar des vier Jahre älteren Robin.
Und was man durch die 3D-Brille sah, verschlug auch den älteren Zuschauern in der Tat die Sprache. Styroporteilchen und andere Gegenstände flogen in einer Art und Weise auf einen zu, dass man fast ausweichen mochte. Fazit: Die Kostprobe des Kinos von Morgen hat so richtig Appetit auf mehr gemacht.
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